Wie heize ich richtig mit Holz?

Der Heizwert unserer heimischen Hölzer liegt etwa bei 4 bis 4,3 kWh/kg, ganz gleich ob Laub- oder Nadelholz. Bezogen auf einen Raummeter haben Nadelhölzer wegen der geringeren Dichte einen geringeren Heizwert.

Unter dem Einfluss von Wärme wird Holz im Ofen zunächst vergast. Etwa 2/3 der festen Substanz wandelt sich dabei in Gas um, 1/3 wird dabei zu Holzkohle.

Wenn die Gase sich mit Sauerstoff aus der zugeführten Verbrennungsluft vermischen, entsteht das sichtbar mit Flamme verbrennende Gas-Luft-Gemisch, die Holzkohle verbrennt mit Glut – also ohne Flamme.

Beim Vergasungsprozess bilden sich die verschiedensten Gase. Überwiegend sind dies Methan und Methanol. Daneben finden wir Essigsäure, Phenol, Aceton, Ameisensäure, Teer usw.

Wenn ein Holzscheid im Ofen eine Temperatur von ca. 270 ° C erreicht hat, tritt der Vergasungsprozess ein. Dieser lässt sich dann nicht mehr beeinflussen oder gar stoppen. Nun brauchen die Kohlenwasserstoffe – um zu CO² (Kohlendioxid) und H²O (Wasserdampf) zu reagieren, den notwendigen Sauerstoff und eine Zündtemperatur von ca. 500 °C.

Wenn in der Vergasungsphase des Holzes die Luftzufuhr gedrosselt wird um die Wärmeentwicklung zu verlangsamen, brennen die Gase nicht mehr aus und gelangen ohne Wärme zu erzeugen in die Luft. Sie stellen dann neben der Energieverschwendung eine ganz erhebliche Umweltbelastung dar.

In dieser Schwelbrandphase gelangen die unverbrannten Kohlenwasserstoffe natürlich auch in das Innere des Schornsteins und setzen sich dort als teerartige glänzende Substanz ab. Diese Substanz führt in kürzester Zeit zu einem sogenannten Kaminbrand.

Wie sollten Sie richtig mit Ihrem Ofen und dem Brennstoff Scheitholz umgehen ?

  1. Immer nur Holz verwenden, welches ausreichend getrocknet ist (nicht mehr als 20 % Wasseranteil)
  2. Nur soviel Brennstoff auflegen, wie auch kurzfristig Wärme erzeugt werden soll. Die Wärmeabgabe eines Holzofens lässt sich nicht mit der Regelung der Luftzufuhr regeln, sondern nur über die zugeführte Brennstoffmenge. (außer bei Speicheröfen)
  3. Nur kleine, maximal zwei Scheite auflegen. Das Gewicht der Scheite sollte zwischen 700 g und. 1000 g liegen. Das oft als „Kaminfertig“ angebotene Brennholz auf dem Brennstoffmarkt ist in der Regel viel zu groß für einen normalen Kaminofen. Zu große Holzscheite brauchen viel zu lange um die ca. 500 °C Zündtemperatur zu erreichen. Hierdurch entsteht die umweltbelastende Schwelbrandphase. CO (Kohlenmonoxid) und Staub gelangen neben anderen Verbrennungsprodukten in die Umwelt. Weiterhin besteht die Gefahr des sogenannten Kaminbrandes.
  4. Rechtzeitiges Nachlegen des Holzes. Bevor die Flammen des vorausgegangenen Holzstückes verlöschen, muss das nächste Stückchen Holz nachgelegt werden. Nur so ist noch ausreichend Temperatur vorhanden, um einen umweltfreundlichen Verbrennungsprozess fortzuführen.
  5. Wenn möglich sollte Brennholz nur in der kalten Jahreszeit eingesetzt werden. Nur dann wird die Wärme auch gebraucht. In der Übergangszeit lässt sich eine geringere Wärmeabgabe des Ofens nicht problemlos regeln.
  6. Beachten Sie immer die Bedienungsanleitung Ihres Ofens. Jeder Ofen hat seine individuellen Besonderheiten. (Die oben genannten Grundregeln der Physik u. Chemie gelten jedoch für jeden Ofen und für jeden Holz-Verbrennungsprozess)

Der richtige Holzunterstand

Holz muss vor der Verbrennung in einem Kaminofen getrocknet werden. Je nach Holzart benötigen wir unterschiedlich lange Trocknungszeiten. (lufttrockener Zustand weniger als 20 % Feuchtegehalt)

Fichte und Pappel ca. 1 Jahr
Birke, Erle, Linde ca. 1,5 Jahre
Buche, Esche, Obstbäume ca. 2 Jahre
Eiche ca. 2.5 Jahre

Um den Trocknungsvorgang ordnungsgemäß durchzuführen, muss ein geeigneter Unterstand gefertigt werden. Ein solcher Unterstand sollte wie folgt aussehen:

Der Ökokreislauf von Holz

Wer Holz verbrennt, setzt bei der Verbrennung nur soviel CO² frei, wie das Holz während des Wachstums aufnimmt. Deshalb ist der Schutz der Umwelt und das Heizen mit Holz bei vernünftiger Nutzung in einem modernen Ofen kein Widerspruch.

Heizwerttabelle von Holz

Die unten aufgeführten Werte sind Mittelwerte und hängen natürlich auch von dem Feuchtegehalt des Holzes ab.

Holzart Heizwert Heizäquivalent Öl Heizäquivalent Gas
Birke 4,3 kWh/kg 2,3 kg Birke ersetzen ca. 1 Liter Öl 2,3 kg Birke ersetzten ca. 1 m³ Erdgas
Buche 4,0 kWh/kg 2,5 kg Buche ersetzen ca. 1 Liter Öl 2,5 kg Buche ersetzten ca. 1 m³ Erdgas
Eiche 4,2 kWh/kg 2,4 kg Eiche ersetzen ca. 1 Liter Öl 2,4 kg Eiche ersetzten ca. 1 m³ Erdgas
Fichte 4,5 kWh/kg 2,2 kg Fichte ersetzen ca. 1 Liter Öl 2,2 kg Fichte ersetzten ca. 1 m³ Erdgas
Holzpellets 5,0 kWh/kg 2 kg Holzpellets ersetzen ca. 1 Liter Öl 2 kg Holzpellets ersetzten ca. 1 m³ Erdgas

zum Vergleich Stein- u. Braunkohle

Holzart Heizwert Heizäquivalent Öl Heizäquivalent Gas
Steinkohle 8,3 kWh/kg 1,2 kg Steinkohle ersetzen ca. 1 Liter Öl 1,2 kg Steinkohle ersetzten ca. 1 m³ Erdgas
Braunkohle 5,3 kWh/kg 2 kg Braunkohle ersetzen ca. 1 Liter Öl 2 kg Braunkohle ersetzten ca. 1 m³ Erdgas

Heizwerte:
Öl: 1kg entspricht ca. 11,7 kWh; 1l entspricht ca. 10 kWh
Erdgas: 1 m³ entspricht ca. 8,8 bis 11,5 kWh, hier wurde mit 10 kWh gerechnet
Braunkohle: leigt bei ca. 5,3 kWh
Steinkohle: leigt bei ca. 8,3 kWh

Aus welchen Grundbestandteilen besteht Holz eigentlich ?

Holz besteht im Wesentlichen aus den 4 Grundsubstanzen Cellulose (ca. 50 %), Hemicellulose (ca. 15 %), Lignin (ca. 30 – 50 %) und Wachs, Fett, Öl, Harz (bis ca. 5%).

Und nun noch ein Tipp

Bitte vermeiden Sie unbedingt folgendes:
Über Nacht oder bei Abwesenheit einen (nassen) 2,5 kg schweren Holzscheit auflegen, die Luftzufuhr verringern und den Holzscheit schwelen lassen. Die Wärmeausbeute beträgt so nur ungefähr 20 bis 25 %, aber die Nachbarschaftsbeschwerden sind vorprogrammiert. Die bei dieser Art der Verbrennung hervorgerufenen chemischen Belastungen der Luft sind durch starke Geruchsbelästigungen und Rauchentwicklungen nicht zu übersehen und zu überriechen.

Sie sehen, Holz ist ein anspruchsvoller Brennstoff, der in einem modernen Ofen jedoch sehr umweltfreundlich und effektiv verbrannt werden kann. Der Betreiber eines Ofens ist allerdings aufgerufen, sich Sachkenntnis über das „Heizen mit Holz“ anzueignen und gewisse Grundregeln zu beachten.

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung